09.02.2016

Nachts in Island - eine Bildgeschichte

Island ist neben seinen vielfältigen Landschaften auch für sein teilweise recht launisches Wetter bekannt. Es kann manchmal schon ziemlich deprimierend sein, wenn es tagein, tagaus nur regnet: besonders wenn man weiß, dass beispielsweise starke Nordlichter angekündigt sind. So ging es mir vergangenen Herbst in der Þórsmörk, als es nach einem regnerisch-bewölkten Tag abends wieder zu regnen begann.

Wenig begeistert beschloss ich trotz der trüben Aussichten, kurz nach Sonnenuntergang auf den Valahnúkur zu steigen. Der Nieselregen wurde von Windböen begleitet, und das machte mir Hoffnung: ich spekulierte auf das ein oder andere Wolkenloch, durch das ich eventuell einen Blick auf die angekündigten Polarlichter erhaschen konnte.

Als ich am Gipfel angekommen war, war es stockfinster und regnete, ohne dass irgendwo der kleinste Stern zu sehen war. Ich kauerte mich unterhalb des Gipfels mit dem Rücken in den Wind (eine Lektion, die ich vor langer Zeit von den Islandpferden lernte...) und wartete. Eine Stunde verging, ohne dass der Regen aufhörte oder die Wolken aufrissen. Dann aber ging alles relativ schnell: über dem Gipfel des Eyjafjallajökull tat sich ein Wolkenloch auf und gab doch tatsächlich den Blick frei auf ein dünnes, aber aktives Nordlichtband.

Schnell war die Kamera auf's Stativ gebaut und begann ich zu fotografieren: im Windschatten des Gipfels, immer bemüht, Kamera und Objektiv trotz des fortwährenden Nieselregens trocken zu halten. Nach wenigen Minuten verhüllte der nächste, stärkere Regenschauer den Himmel wieder komplett und rettete ich meine Ausrüstung in den (noch) trockenen Fotorucksack. Mir waren zwar nur wenige Fotos gelungen, aber mit denen war ich hochzufrieden! Nordlichter sehen zu dürfen, ist jedes Mal ein besonderes Erlebnis, daran hat sich auch nach Jahren nichts geändert. Die arktische Natur ist einfach wunderbar - auch wegen des teils ungemütlichen Wetters! :-)

 

 

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